Tourismusförderung

Zukunft des stationären Reisevertriebs: Persönlich, nachhaltig und digital

Antragsteller: Allianz Selbständiger Reiseunternehmen - Bundesverband e.V. (asr)

Die Corona-Pandemie hat die digitalen Bedürfnisse und den Beratungsbedarf der Reisenden vor der Buchung verändert. Um zielführende Maßnahmen für die Digitalisierung des stationären Reisevertriebs zu entwickeln, untersucht diese Studie die Nachfrage und den Beratungsbedarf potenzieller Reisenden.

Welche Wissenslücken sollen geschlossen werden?

  • In welchem Zeitrahmen wird sich die Nachfrage nach Privat- und Freizeitreisen in den nächsten 5 Jahren entwickeln? Welche Rahmenbedingungen gibt es?
  • Wie wird sich der Beratungsbedarf der Kunden aufgrund der Corona-Krise verändern und durch welche technologischen Hilfsmittel kann die Beratungsqualität verbessert werden?
  • Wie kann sich der stationäre Reisevertrieb gut für die Zukunft rüsten?
  • Wie ist die Selbstwahrnehmung des stationären Reisevertriebs im Gegensatz zur Fremdwahrnehmung der potentiellen Kundinnen und Kunden?

Welche neuen Erkenntnisse sind zu erwarten?

  • Praxisnahes Insiderwissen über das veränderte Buchungsverhalten und den Beratungsbedarf als Folge der Corona-Pandemie.
  • Anpassung des Angebotes und der Beratungsleistungen an die Wünsche der Kundinnen und Kunden.
  • Strategien für die Zukunft des stationären Reisevertriebs.

Welche Methoden werden angewandt?

  • Analyse von Sekundärdaten und Entwicklungen in anderen Branchen (z. B. Banken).
  • Mehrstufige explorative Expertenworkshops.
  • Quantitative Befragung des stationären Reisevertriebs (N=280) und von Kundinnen und Kunden, die in den letzten 3 Jahren mindestens eine Reise in einem Reisebüro gebucht haben (N=750).

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

  • Die touristischen Experten rechnen damit, dass in 5 Jahren nur noch 2/3 der Unternehmen des stationären Vertriebs existieren.
  • Die touristischen Märkte und Reisearten werden sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten erholen: Urlauber haben nach der Pandemie eine gesteigerte Reiselust. Reisen wird in 2022 stark von der Corona-Situation und den Öffnungen der Destinationen abhängen. Das Niveau von 2019 wird - je nach Segment - wenn überhaupt erst in 3 bis 10 Jahren erreicht.
  • Der stationäre Vertrieb wird sich verändern à Beratung und individuelle Angebote stehen mehr im Fokus à persönlicher Vertrieb.
  • Der durchschnittliche Reisepreis im stationären Vertrieb liegt um ca. 50 % höher als der allgemeine Durchschnitt aller Urlauber.
  • Die Alleinstellungsmerkmale des stationären Vertriebs: Persönlicher Service sowie individuelle und maßgeschneiderte Angebote.
  • Eine gute technische Ausstattung ist ein Hygienefaktor und unterstützt die Kommunikation und Beratung. Die Alleinstellung der persönlichen Beratung darf nicht automatisiert werden!
  • Die Nachfrage nach nachhaltigen Reiseprodukten wird vom Vertrieb unterschätzt. Die Informationsbasis und das Angebot müssen diesbezüglich weiter ausgebaut werden.
  • Wichtig ist eine Wertschätzung der Leistungen der gesamten Reisebranche in Deutschland und den Destinationen im In- und Ausland.
  • Die Preise müssen für alle Beteiligten fair gestaltet werden: Unter Berücksichtigung der gesamten touristischen Wertschöpfungskette, vom Vertrieb über alle Leistungsträger bis zu allen Mitarbeitenden vor Ort.
  • Kundinnen und Kunden muss der Wert einer Reise deutlich gemacht werden: Reiseprodukte dürfen nicht verramscht werden!
  • Der Quellmarkt Deutschland trägt wesentlich zu stabilen Wirtschaftsverhältnissen sowie zu sozialer und ökologischer Weiterentwicklung der bereisten Destinationen bei: 2019 – 334 Mio. Kolleginnen und Kollegen mit 9,2 Billiarden US$ Einnahmen. Durch die Pandemie haben mindestens 60 Mio. Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz verloren.
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Weitere Fragen zum Projekt?

Ansprechpartner

Jochen Szech
E-Mail: szech@asr-berlin.de