Tourismusförderung

Touristische Vermarktung regionaler Produkte einfacher und attraktiver gestalten – Konzeptentwicklung am Beispiel der Initiative #opendoorwein

Antragsteller: Weincampus Neustadt und Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinland-Pfalz

Um die Hemmschwellen bei potenziellen Kunden abzubauen und nachhaltige Erlebnisse rund um das Thema „Regionalität“ aufzubauen, bedarf es seitens der Anbieter, z.B. der Weingüter, klarer und strukturierter Konzepte, bei denen eine Vielzahl an lokalen Akteuren zusammenarbeitet.

Welche Wissenslücken sollen geschlossen werden?

  • Wie kann die touristische Vermarktung regionaler Produkte in einer Tourismusdestination strukturiert aufgebaut und gemanagt werden?
  • Welche allgemeingültigen Empfehlungen für die touristische Vermarktung regionaltypischer Produkte können ausgesprochen werden?
  • Auf das untersuchte Beispiel #opendoorwein bezogen: Wie kann das Konzept der „offenen Weingüter“ aus den USA erfolgreich auf Deutschland übertragen werden, um den Weintourismus in den deutschen Weinbauregionen zu stärken? Welche Anpassungen des Konzepts sind vorzunehmen – auch im Sinne einer nachhaltigen Tourismusentwicklung?

Welche neuen Erkenntnisse sind zu erwarten?

  • Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen für die touristische Vermarktung regionaler Produkte

Welche Methoden werden angewandt?

  • Am Fallbeispiel Weintourismus wird analysiert, inwiefern sich weintouristische Angebote nach dem Vorbild der USA auf die Weinbauregion Pfalz übertragen lassen.
  • Hierzu wurden Workshops und qualitative Experteninterviews mit Weinbaubetrieben, lokalen Akteur:innen aus Weinwirtschaft und Tourismus sowie einer Weintourismusexpertin aus den USA geführt. Ergänzt wurde die Analyse durch vier Gruppendiskussionen mit Tourist:innen (n=27) und eine Online-Befragung von pfälzischen Weinbaubetrieben (n=108).

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

  • Aus den Fokusgruppen mit Tourist:innen (n=27): Es besteht ein großes Interesse an touristischen Angeboten rund um regionale kulinarische Produkte, insbesondere auch in den jüngeren Zielgruppen (20 – 40 Jahre). Gewünscht ist eine Kombination aus Verkostung und Wissensvermittlung. Die Tourist:innen sind bereit für ein weintouristisches Erlebnis im Durchschnitt 50 Euro auszugeben, was als hoch eingestuft werden kann. Wichtiger Erfolgsfaktor: Informationen über die Angebote und Buchung müssen online verfügbar sein.
  • Weinbauregion Pfalz und Initiative #opendoorwein: Weintouristisches Potenzial der Region wird nicht voll genutzt, daher stufen die Weinbaubetriebe die Gründung eines weintouristischen Netzwerks als wichtig ein. Strukturierte Angebote sind hier sinnvoll, um Hemmschwellen bei Tourist:innen abzubauen. Aber: Das Konzept aus den USA kann nicht 1:1 auf Deutschland übertragen werden, da es nicht den hier üblichen Gepflogenheiten entspricht, wie bspw. dem „gemütlichen Einkehren“ in einem Weingut und der hier gewünschten intensiven Betreuung durch Mitarbeiter:innen des Weinguts während einer Weinverkostung. Entsprechend wurden Empfehlungen für die weitere Professionalisierung der Initiative #opendoorwein abgeleitet, u.a. muss eine adäquate organisatorische Struktur geschaffen werden und es müssen verbindliche gemeinsame #opendoorwein-Standards etabliert werden. Hierzu ist es wichtig, sich einerseits am US-amerikanischen Konzept zu orientieren und die Angebote ausschließlich gegen Gebühr und regelmäßig anzubieten, aber bei uns wichtige Aspekte wie Authentizität und Gemütlichkeit bei der Gestaltung der weintouristischen Angebote nicht zu vernachlässigen.
  • Übertragbarkeits-Analyse: Ein Roll out des Konzepts in andere Weinbauregionen erscheint möglich und sinnvoll. Bei anderen regionalen Produkten ist eine Übertragbarkeit gegeben, wenn wie bei Wein die Wertschöpfungskette innerhalb eines Betriebs abgebildet wird oder lokal entsprechende Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette etabliert werden können. Hier ist jedoch zwingend vorab zu prüfen, inwiefern das regionale Produkt für Tourist:innen interessant ist.
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